Ablauf der Prüfung für Heilpraktiker und Heilpraktiker Psychotherapie

Die Prüfung zum Heilpraktiker und Heilpraktiker für Psychotherapie mündet in der Prüfung, die vom Gesundheitsamt durchgeführt wird. In aller Regel besteht sie aus zwei Teilen, einer schriftlichen und einer mündlichen Prüfung.

Die mündliche Prüfung zum Heilpraktiker besteht aus 60 Fragen, die Sie innerhalb von 120 Minuten beantworten müssen. Sie dürfen 15 Fragen falsch beantworten, um die Prüfung bestanden zu haben.

Die mündliche Prüfung zum Heilpraktiker für Psychotherapie besteht aus 28 Fragen, wobei Sie 7 Fragen falsch beantworten dürfen.

Die Fragen sind im Multiple-Choice-Stil gehalten und bergen einige Schwierigkeiten, die wir Ihnen hier erklären wollen. Wir haben als Beispiel Fragen für Heilprakitker Psychotherapie angeführt. Für Heilpraktiker Fragen gilt natürlich das selbe.

Die richtige Lösung
Manche Fragen verlieren selbst nach intensiver Recherche, nicht an Zweideutigkeit. Die Antworten habe ich nach bestem Wissen nachgeprüft. Nichts desto Trotz kann es natürlich vorkommen, dass Sie anderer Meinung sind. Genauso kann es sein, dass die Antwort korrekt ist, Sie allerdings nicht so recht verstehen, warum dies so ist. Auch habe ich die Überlegung angestellt, die Fragen zu kommentieren, um Ihnen evtl. auftauchende Unsicherheiten zu nehmen.

Ich bin jedoch zu dem Schluss gekommen, dass ich die Kommentierung, wenn nötig, Ihnen überlassen möchte. Es war schlussendlich auch das Feedback meiner Schüler, die mehrheitlich der Meinung waren, dass gerade die Nachprüfung bei unsicheren Fragen, einen guten Lerneffekt haben.
Nutzen Sie dazu Ihre Unterlagen; auch das Internet kann Ihnen wertvolle Dienste leisten. Sie werden bald feststellen, dass es kaum einen besseren Lerneffekt gibt, als sich Wissenslücken selbst zu erarbeiten!

Die Fragen verstehen
Sie können nicht unbedingt jede Frage aus Ihrem gelernten Wissensschatz beantworten, d.h. Sie werden immer wieder auf Begriffe stoßen, die Sie noch nie oder nur mal „im Vorbeigehen“ gehört haben. Das ist normal und muss Sie nicht beunruhigen. Bei einem soliden Wissen über die Thematik können Sie solche Fragen durch Ausschlussverfahren oder auch durch genaues Lesen auf eine logische Weise lösen.
Das Einzige, was Sie wirklich tun können, um die Prüfungsfragen verstehen zu lernen ist, sie immer wieder durchzuarbeiten und somit Ihr Gehirn daran zu gewöhnen.

Fremdworte
In aller Regel wird die Überprüfung auf „Deutsch“ gehalten, also ohne medizinische, meist lateinische, Fachbegriffe. Sollten Sie doch einmal auf einen solchen stoßen, lassen Sie sich nicht verunsichern und verfahren Sie nach den Beispielen, die ich Ihnen hier noch mit auf den Weg gebe.

Die schriftliche Überprüfung
Zur Überprüfung werden Sie in die Räumlichkeiten des Gesundheitsamtes eingeladen. Hier sitzen Sie dann mit mehreren Prüflingen in einem Raum und bekommen nach kurzer Einleitung die Fragen vorgelegt, meist in zwei Versionen, so dass Sie bei Ihren Nachbarn nicht „spicken“ können. Der Fragebogen besteht aus 28 Fragen und gegebenenfalls noch aus einem Antwortbogen, auf dem Sie die passenden Antworten eintragen können. Sie haben zur Beantwortung eine knappe Stunde Zeit, wobei Sie sieben Fragen falsch beantworten dürfen (nicht müssen), um die Überprüfung noch zu bestehen und somit zur mündlichen Überprüfung eingeladen werden.

Die Prüfungsfragen
Nun möchte ich Ihnen noch einige Beispiele zu den Prüfungsfragen zeigen und Sie damit auf mögliche Fehlerquellen bei deren Beantwortung sensibilisieren. Die Beispielpalette ist sicher nicht vollständig, sondern soll Ihnen eine Idee geben, nach welchem Muster solche Multiple-Choice-Fragen funktionieren:

Fragen mit Direktauswahl

Einer Frage folgen mehrere Antwortmöglichkeiten, aus denen Sie dann die richtigen auszuwählen haben. Sollte mehr als eine Antwort möglich sein, so wird dies entsprechend mit der Anzahl der zu treffenden Antworten gekennzeichnet sein (also z.B.: „Es sind drei Antworten richtig“).

Fragen mit einer Einfachauswahl

Der Terminus "Schizophrenie" wurde von folgendem Arzt eingeführt:
A)     E. Bleuler
B)     E. Kraepli
C)     J. Wagner von Jauregg
D)     C.G. Jung
E)     Paracelsus

Fragen mit vorgegebener Lösungskombination

 Entweder Sie können die Antwort(en) – wie oben gezeigt - direkt auswählen, oder es wird Ihnen eine Auswahl an Antwortkombinationen gegeben:

Zu den charakteristischen Symptomen bei schwerer akuter Morphinintoxikation zählt/zählen:

1)     weite Pupillen
2)     Atemdepression
3)     Hypertonie

A)     Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig
B)     Nur die Aussage 2 ist sind richtig.
C)     Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig.
D)     Keine der Aussagen ist richtig.
E)     Alle Aussagen sind richtig.

Beachten Sie, dass hier auch oft die Möglichkeit besteht, dass alle Antworten oder auch keine der Antworten richtig sind.

Verknüpfungsfragen

 Weiterhin gibt es die Verknüpfungsfragen. Hier werden zwei Aussagen miteinander Verknüpft und Sie haben zu entscheiden, welche richtig oder falsch ist:

Psychotherapeutische Maßnahmen sind bei Melancholiekranken grundsätzlich kontraindiziert,
weil die Patienten im Zustand tiefer Melancholie der Bearbeitung von Konflikten nicht gewachsen sind.

A)     Aussage 1 ist richtig, Aussage 2 ist richtig, Verknüpfung ist richtig
B)     Aussage 1 ist richtig, Aussage 2 ist falsch, Verknüpfung nicht möglich.
C)     Aussage 1 ist falsch, Aussage 2 ist falsch, Verknüpfung nicht möglich.
D)     Aussage 1 ist falsch, Aussage 2 ist richtig, Verknüpfung nicht möglich.
E)     Aussage 1 ist richtig, Aussage 2 ist richtig, Verknüpfung ist falsch.

Schauen Sie sich bei dieser Art Fragen jede Aussage einzeln an und entscheiden Sie, ob Sie wahr ist oder nicht. Die Verknüpfung muss Sie dabei nicht interessieren. In der Regel gibt es pro Antwortkombination nur eine Auswahlmöglichkeit.

„Nicht“-Fragen

In manche Fragen schleicht sich – für den Prüfling manchmal unbemerkt – ein „nicht“ ein. Einmal nicht bemerkt kann es vorkommen, dass Sie es auch weiterhin ausblenden. Es folgt der verzweifelte Versuch, die Frage zu beantworten, bis dann schließlich irgendeine Antwort angekreuzt wird. Sollten sie also mehrere, definitiv richtige, Antwortmöglichkeiten finden, obwohl nur eine angekreuzt werden darf, dann halten Sie nochmals nach einem „nicht“ Ausschau!

Hier ein Beispiel für eine solche Frage:

Welche Aussage ist nicht richtig: Zu den Kennzeichen des klientenzentrierten Gesprächsstils (nach Rogers) in der Beratungssituation gehört:

A)     erkennbare Echtheit des Therapeuten
B)     erkennbare Wertschätzung des Klienten durch den Therapeuten, die nicht an  Bedingungen gebunden ist
C)     Ratschläge, die aus einem Verständnis der Klientensituation heraus gegeben werden
D)     Verbalisierung von erkennbaren Gefühlen des Klienten durch den Therapeuten

Essenz aus den Fragen herausholen

Manchmal sind Fragen oder darin enthaltene Fallbeispiele recht komplex gehalten. Hier gilt es, die Essenz herauszuholen und mit den vorgegebenen Antworten zu vergleichen. Meistens kristallisiert sich dann auch eine richtige Antwort aus dem Vergleich heraus:

Ein 45jähriger Mann hört seit Wochen situationsgebundene Stimmen, die ihn nach seinen Angaben belästigen, deren Urheber er nicht zu Gesicht bekommen könne und die sich in herabsetzender Art und Weise über ihn unterhielten. Befund: Polyneuritisches Syndrom mit strumpfförmiger Hypästhesie und -algesie, Gastritis, Leberzirrhose. Psychopathologisch: bewusstseinsklar und voll orientiert, paranoid ängstliche Stimmung. Welches der folgenden Krankheitsbilder liegt am wahrscheinlichsten
A)     Pathologischer Rausch
B)     Alkoholdelir
C)     Marchiafava-Bignami-Syndrom (Hirnerkrankung)
D)     Alkoholhalluzinose
E)     symptomatische Psychose bei Morbus Wilson

Hier kommt es besonders auf die Hinweise „Gastritis“ und „Leberzirrhose“ an. Sie weisen auf eine Alkoholkrankheit hin. Weiterhin fällt die Aussage „Bewusstseinsklar“ und „voll orientiert“ auf. Aus den Antworten ergibt sich als einzig plausibel die Alkoholhalluzinose.
 

Die Antworten der Fragen genau lesen

Die folgende Aufgabe zeigt sehr deutlich, dass es wichtig ist, die Antworten genau zu lesen und zu hinterfragen:

Zu den typischen Denkstörungen bei Schizophrenie zählen:

1)     Gedankenabbrechen (Sperrung)
2)     Begriffszerfall
3)     Parathymie
4)     Kontamination
5)     BegriffsVerschiebung

A)     Alle Aussagen sind richtig
B)     Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig.
C)     Nur die Aussagen 1, 2, 4 und 5 sind richtig.
D)     Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.
E)     Nur die Aussagen 1, 2, 4 und 5 sind richtig

Beim Überfliegen könnten Sie zu dem Schluss kommen, alle Antworten seien richtig, da Sie alle die Symptome einer Schizophrenie beschreiben. Hier allerdings geht es explizit um die Denkstörungen. Parathymie jedoch bezeichnet eine Affektstörung – insofern ist sie falsch.

Das Betreuungsgesetz regelt...
1)     das Verfahren der Festlegung bestimmter Aufgabenbereiche für den Betreuer durch         das Vormundschaftsgericht.
2)     bestimmte Aufgabenbereiche für den Betreuer allgemein.
3)     den Einwilligungsvorbehalt mit Vetorecht für den Betreuten.
4)     Fristen für die Dauer der Betreuung nach einstweiliger Anordnung.

A)     Nur die Aussagen 1, 2 und 3 sind richtig.
B)     Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig
C)     Nur die Aussagen 1, 3 und 4 sind richtig.
D)     Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.
E)     Alle Aussagen sind richtig.

Gleiches gilt bei dieser Frage und ihren Antworten: Der Einwilligungsvorbehalt beschreibt das Vetorecht des Betreuers und nicht des Betreuten!

Folgende Phänomene finden sich bei der katatonen Form der Schizophrenie:

1)     Stupor
2)     Kataplexie
3)     "Kopfkissen-Phänomen"
4)     Flexibilitas cerea
5)     Erregungszustände

A)     Nur die Aussage 1 ist richtig.
B)     Alle Aussagen sind richtig
C)     Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig.
D)     Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
E)     Nur die Aussagen 1, 3, 4 und 5 sind richtig.

Auch hier heißt es: Genau lesen! Kataplexie (plötzlicher Tonusverlust, z.B. Bei Erschrecken) und Katalepsie (Verharren in unangenehmen Stellungen bei der Schizophrenie). Die Kataplexie ist hier natürlich falsch.

Was kennzeichnet psychoseähnliche Zustände, die durch körperliche Ursachen bedingt sind (exogene Psychosen)
1)     krankhafte körperliche Befunde im Zusammenhang mit den psychischen Auffälligkeiten
2)     Es ist immer eine Bewußtseinstrübung vorhanden.
3)     Halluzinationen fehlen immer.
4)     Der Zustand tritt familiär gehäuft auf.
5)     Der Zustand dauert mindestens 6 Monate.

A)     Nur die Aussagen 1, 4 und 5 sind richtig
B)     Keine der Aussagen ist richtig
C)     Nur die Aussage 1 ist richtig.
D)     Nur die Aussagen 2, 3 und 4 sind richtig.
E)     Alle Aussagen sind richtig.

6 Monate sind häufig ein Diagnosekriterium nach ICD-10. Dies allerdings betrifft die endgültige Diagnosestellung. Natürlich kann auch bereits vorher an eine bestimmte Diagnose gedacht werden, was hier die Frage ist. Insofern gehört Antwort 5 nicht zu den richtigen!

Welche der folgenden Aussagen von Patienten weisen auf ein Symptom ersten Ranges (nach Kurt Schneider) hin:

1)     Ich habe ein Gefühl, als hätte ich eine Metallplatte im Körper.
2)     Ich werde wie eine Marionette von meinen Nachbarn gelenkt
3)     Als ich neulich in der Zeitung las, bemerkte ich, dass dort versteckte Botschaften an         mich enthalten sind.
4)     Oft höre ich ein Geschrei und Getöse, wenn ich die Ohren zu halte, ist es immer noch     da.
5)     Die Luft ist vergiftet, es stinkt überall nach Schwefel.

A)     Nur die Aussagen 1, 2, 4 und 5 sind richtig.
B)     Nur die Aussagen 2 und 3 sind richtig.
C)     Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 5 sind richtig.
D)     Alle Aussagen sind richtig.
E)     Nur die Aussagen 2, 3, und 5 sind richtig.

Verwechseln Sie „Geschrei“ und „Getöse“ nicht mit „Stimmen hören“. Erstes sind Akoasmen und gehören nicht zu den Symptomen ersten Ranges nach Schneider.

Lehrbuchmeinung

Beachten Sie auch, dass in den Überprüfungen nach der derzeitigen Lehrmeinung gefragt wird. Diese mag nicht immer Ihren Erfahrungen oder Vorstellungen entsprechen, ist aber die „einzig gültige“ – zumindest in der Überprüfung.

Welches Phänomen ist bei Personen mit abnormer Trauerreaktion am wenigsten wahrscheinlich

A)     hypochondrische körperliche Beschweren, die in der Organwahl der Krankheit des Verstorbenen ähnlich sin
B)     Wahrnehmung der verstorbenen Person in Form von Pseudohalluzinationen
C)     Feindseligkeit gegen Ärzte, welche die verstorbene Person behandelt haben
D)     Schlaflosigkeit
E)     ambivalente Einstellung gegenüber der verstorbenen Person

Ich habe von vielen Menschen (auch Ärzten) gehört, dass die Wahrnehmung des verstorbenen in Form von Pseudohalluzinationen durchaus eine normale Reaktion sein kann. Hier allerdings geht es um „am wenigsten wahrscheinlich“. Denken Sie einfach an einen Amtsarzt, der sich solche Dinge unter Umständen schwerlich vorstellen kann oder nach seinen Statistiken abfragt.

Nun wünsche ich Ihnen viel Spaß und vor allem Erfolg bei der Arbeit mit diesem Selbststudium und schließlich auch bei der anschließenden Überprüfung!

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